Forderungen

Rettungspaket klein

RETTUNGSPAKET für Pflegedienste/Pflegeeinrichtungen

1) Die gegenwärtigen Arbeits- und Vergütungsstrukturen in der ambulanten Versorgung müssen dringend attraktiver werden. Dabei gilt es gerade jüngere Pflegefachkräfte zu motivieren und allen Kräften eine angemessene Entlohnung zu gewährleisten.

2) Die Sicherstellung der Versorgung der Versicherten muss sich an den individuellen Bedürfnissen des einzelnen Menschen ausrichten und nicht an den vorgegebenen Verwaltungsstandards und Richtlinien der Krankenkassen / Sozialbehörden.

3) „Pflege steht auf“ will nicht länger akzeptieren, dass die Kassen der Gesetzlichen Krankenversicherung überquellen, gleichzeitig aber die Versorgung von kranken und pflegebedürftigen Menschen nur im Sauseschritt erfolgt. Die Leistungsvergütungen müssen ausreichend Zeit für die Pflege  ermöglichen.

4) Die gesetzliche Deckelung der Kostenanpassungen in der Krankenversicherung ist für die ambulante Pflege aufzuheben (§ 71 SGB V).

5) Es werden angemessene Tages-/Nachtpflege- sowie Einsatzpauschalen vereinbart.

6) Es gilt Wege zu finden auch kurzfristig bedürftigen Menschen Unterstützung zukommen zu lassen, z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt. Schnelle Hilfe ist oftmals nicht nur eine Frage der Menschlichkeit, sondern auch der unterlassenen Hilfeleistung. Diese spontanen Leistungen sind angemessen und abgesichert zu vergüten.

7) Die Verordnung von Pflegehilfsmittel durch Pflegefachkräfte nach § 40 SGB XI ist von den Kassen anzuerkennen.

8) In stationären Pflegeeinrichtungen müssen Maßnahmen der Behandlungspflege nach § 37.2. SGB V gesondert vergütet werden

9) Die interdisziplinäre Zusammenarbeit muss gefördert und konsequent angewandt werden. Für diese Schnittstellenarbeit sind die Pflegeeinrichtungen angemessen zu vergüten.

10) Die Pflegeberatung „rund um den bedürftigen Menschen“ ist als Leistungen anzuerkennen und angemessen zu vergüten.

11) Die Unterstützungsleistungen der Pflegeversicherung SGB XI werden zusammengezogen und in der Handhabung vereinfacht / flexibilisiert (Leistungen nach § 39, § 42 und § 45b SGB XI).

12) Die aktuellen Leistungskataloge im SGB XI müssen bundeseinheitlich und verständlich angepasst werden.

13) Die aktuellen Qualitätsprüfungen werden sofort gestoppt. Die Prüfungen belasten die Pflegesysteme enorm und binden erhebliche Zeitressourcen, ohne Sinn für die pflegebedürftigen Menschen.

14) Qualität muss von „innen gelebt“ und kann nicht „von außen“ rein geprüft werden. Es gilt den Qualitätsdialog zu führen und statt Prüfungsmacht, Beratungsangebote für Einrichtungen auf zu bauen.

15) Pflege braucht Vertrauen … aus der Politik und von den Krankenkassen / Sozialbehörden. Nur in gegenseitigem und vertrauensvollem Dialog kann Pflege menschenwürdig gelingen.

16) Die Pflegeausbildung wird angemessen für die Pflegeunternehmen vergütet und die Kosten für die Praxisanleiter*innen voll refinanziert.

17) Die Pflegeausbildung ist durchlässig von der Helfer*innen-Ausbildung bis zur Pflegefachkraft auszurichten und bundeseinheitlich zu normieren. Die Schulkosten sind zu 100% über den Staat zu finanzieren.

18) Krankenkassen bedürfen einer regelmäßigen Aufsicht durch die Politik.

19) Die Krankenkassen sind nicht die Sparkassen der Sozialversicherungsangestellten oder der Vorstände. Von den Kassen ist zu erwarten, dass sie als „Versichertenvertretungen“ den schwerstkranken Menschen durch eine gute Beratung und erleichterte Antragsverfahren eine gute Unterstützung / Versorgung gewährleisten.

20) Immer wieder erfinden die Kostenträger sinnlose Verzögerungstaktiken in Genehmigungsverfahren für schwerstkranke Menschen, obwohl es klare gesetzliche Leistungsansprüche gibt. Krankenkassen als Körperschaften des öffentlichen Rechtes dürfen keine „Gewinne“ erwirtschaften, sondern müssen mit den Beiträgen für eine gute und sichere Leistung für die Versicherten Sorge tragen.

21) Es muss eine zentrale Anlaufstelle geben, die Pflegeeinrichtungen und Pflegekunden schnell und unbürokratisch unterstützt, damit zeitnah gesetzliche Leistungen erbracht werden können und Fehlentwicklungen / Versorgungslücken schnell erkannt und behoben werden.

22) Ärztlich verordnete Leistungen dürfen nicht durch die Krankenkassen ohne gesetzliche Legitimation gekürzt oder abgelehnt werden.

Fazit:
Unser Gesundheitssystem benötigt eine Grundhaltung die sich am Menschen orientiert, nicht an bürokratischen Einschränkungskulturen und der „Macht der Verwaltungen“!

Cookies:
Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.